Location Performance Indicator (LPI)

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Location Performance Indicator (LPI) – Performance von Shopping-Centern und Fachmarktzentren objektiv messen

Der Location Performance Indicator (LPI) ist ein datenbasierter Ansatz, um die Performance von Shopping-Centern und Fachmarktzentren anhand tatsächlicher Besucherströme objektiv zu bewerten, miteinander zu vergleichen und im Zeitverlauf fortzuschreiben.

Der LPI macht zentrale Erfolgsfaktoren messbar, die bislang häufig nur über Experteneinschätzung, interne Daten oder punktuelle Erhebungen verfügbar waren – insbesondere Frequenz, Aufenthaltsqualität und Einzugsgebiet/Marktbedeutung.

Wichtig: Der LPI ist heute ein methodischer Baustein und eine Grundlage in der Weiterentwicklung hin zum Shopping-Center-Performance-Modell (Rollout ab 2026)

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mit jahrzehntelanger Beratungskompetenz der GMA – Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung.

Warum braucht der Markt den LPI?

Handelsimmobilien stehen unter Transformationsdruck: neue Nutzungen, verändertes Konsumverhalten, Wettbewerb, Revitalisierungsbedarf. Gleichzeitig fehlte lange ein standardisiertes, objektives Benchmarking, das über Einzelkennzahlen hinausgeht.

Der LPI setzt hier an und folgt einem einfachen Grundgedanken:

Menschen „stimmen mit den Füßen ab“ – Besucherfrequenz verdichtet viele Standortfaktoren in einer Kennzahl.

Zielsetzung des LPI

Der LPI wurde entwickelt, um:

Performance zu objektivieren

Vergleiche zu ermöglichen (lokaler Wettbewerb, Peergroup, Assetklasse)

Entwicklungen aufzuzeigen (Monitoring, Vorher-Nachher, Zeitreihen)

Datenbasis und Untersuchungsrahmen

Die Studie basiert auf einer repräsentativen Auswahl von rund 500 Standorten (Shopping-Center und Fachmarktzentren) und zielt auf eine Abdeckung großer Teile der Bevölkerung im Einflussbereich der untersuchten Assets.

Erhoben und ausgewertet werden aggregierte, DSGVO-konforme Bewegungsdaten (hardwarefrei) sowie ergänzende Standort-/Objektinformationen für Einordnung und Benchmarking.

Der LPI im Überblick: 3 harte Indikatoren + 360°-Erweiterung

Der LPI setzt sich aus drei objektiv messbaren Performance-Dimensionen zusammen:

1. Frequenz Performance Indicator (FPI)

2. Aufenthalts Performance Indicator (API)

3. Einzugsgebiet Performance Indicator (EPI)

Für eine 360°-Betrachtung können diese durch weitere, eher deskriptive Dimensionen ergänzt werden, z. B. Mikro- und Objektindikatoren (Rahmenbedingungen, Objektqualität).

1) Frequenz Performance Indicator (FPI)

Der FPI bildet Leistungsfähigkeit und Marktakzeptanz ab – sowohl Status quo als auch Entwicklung.

Einzelindikatoren (Beispiel-Logik):

Durchschnittsfrequenzen pro Woche

Frequenz pro m² Mietfläche

Dynamik: Veränderung der Monatsfrequenzen ggü. Vorjahr

Funktionsprofil: Anteil Freitag-/Samstagsfrequenzen an Gesamtfrequenz

Beispielbefunde aus der Studie (Auszug):

Ø Besucherfrequenz pro Woche: 144.200 (Shopping-Center) vs. 44.500 (Fachmarktzentren)

38 % der Besuche entfallen auf Freitag und Samstag

Frequenzen seit 2023 mit Erholung nach Corona (Markttrend)

2) Aufenthalts Performance Indicator (API)

Die Aufenthaltsdauer ist ein Proxy für Angebotsqualität, Nutzungsintensität und „Verweilqualität“ – und in Kombination mit Frequenz ein Maß für die Gesamtnutzungszeit.

Einzelindikatoren (Standardisierung):

Status quo: durchschnittliche Aufenthaltsdauer

Anteil längerer Besuche (z. B. > 30 Minuten)

Dynamik: Veränderung der Aufenthaltsdauer

„Wohlfühlzeit“: Gesamtzeit der Besucher pro Woche pro m² Mietfläche

Beispielbefunde aus der Studie (Auszug):

Ø Besuchszeit: 42 Min. (Shopping-Center) vs. 34 Min. (Fachmarktzentren)

Auf Jahressicht ergibt sich eine relevante Gesamtaufenthaltsdauer (zusammengefasst als „Frequenz × Zeit“).

3) Einzugsgebiet Performance Indicator (EPI)

Der EPI misst Strahlkraft, Funktion und Marktposition anhand realer Herkunfts- und Marktpotenzialdaten.

Vier Einzelindikatoren (Nah-/Fernzone):

1. Einwohnerzahl im Naheinzugsgebiet (erste 40 % der Besucheranteile)

2. Einwohnerzahl im erweiterten Einzugsgebiet (weitere 30 % der Besucheranteile)

3. Marktbedeutung im Naheinzugsgebiet

4. Marktbedeutung im erweiterten Einzugsgebiet

Interpretationslogik:
Top-Standorte kombinieren große Einzugsgebiete mit hoher Marktdurchdringung. In Großstädten kann ein großes Potenzial aufgrund hoher Wettbewerbsdichte dennoch mit geringeren Marktanteilen einhergehen – daher ist die Kombination der Indikatoren entscheidend.

Beispielbefunde (Auszug):

Ø Einwohner im Kern-Einzugsgebiet: 220.000 (Shopping-Center) vs. 160.000 (Fachmarktzentren)

Shopping-Center zeigen tendenziell höhere regionale Strahlkraft, Fachmarktzentren häufig höhere lokale Marktbedeutung.

Standortcluster: Von „unantastbar“ bis „leftovers“

Aus den Teilergebnissen von FPI, API und EPI werden Standorte zu Clustern zusammengefasst.

Beispielhafte Kategorien (vereinfacht):

Unantastbar / untouchable: sehr hohe und stabile Frequenz, hohe Nutzungsintensität, überdurchschnittliche Aufenthaltsdauer, große Strahlkraft und Marktbedeutung

Leistungsstark / powerful: hohe, stabile Frequenz, überdurchschnittliche Nutzung, signifikante Verweildauer, starke regionale Rolle

Durchschnitt / average: nahe Marktdurchschnitt; hier lohnt die vertiefte Detailbetrachtung einzelner Indikatoren

Schwach / leftovers: deutlich unterdurchschnittliche Werte und häufig rückläufige Entwicklung

(Die Studie weist die Verteilung der Standorte nach Kategorien aus.)

Einordnung: Rolle des LPI im Gesamtportfolio

Der LPI ist der datenbasierte Kern für Benchmarking und Monitoring von Handelsimmobilien. Er bildet wesentliche Bausteine der Standortattraktivität ab – und ist zugleich Grundlage/Bestandteil für die Weiterentwicklung in Richtung Shopping-Center-Performance-Modell (SCP), das zusätzliche Kriteriengruppen integriert.


Was kann der LPI in der Praxis leisten?

Center-Benchmarking (regional/national)

Frequenz-Monitoring (Woche/Monat/Saison)

Vergleich mit Wettbewerb / Best-in-Class

PLZ-/Herkunftsanalysen zur Marketingsteuerung

Messung der Aufenthaltsqualität (z. B. Umbauwirkung)

Investment- und Portfolioentscheidungen (Reporting/Transaktionsunterstützung)

Wichtig ist dabei der richtige Anspruch: Der LPI liefert objektive Vergleichbarkeit – ersetzt aber nicht die 360°-Standortanalyse inklusive Expertenbewertung und weiterer Objekt-/Marktfaktoren.

Interesse an der Studie?

FAQ

Ist der LPI ein Zählsystem?
Nein – die Auswertung erfolgt hardwarefrei auf Basis aggregierter Bewegungsdaten und Benchmarks.
Was misst der LPI konkret?
Frequenz (FPI), Aufenthaltsqualität/-dauer (API) und Einzugsgebiet/Marktbedeutung (EPI) – ergänzt um optionale Detailanalysen für eine 360°-Bewertung.
Kann man Entwicklungen im Zeitverlauf sehen?
Ja, der LPI ist fortschreibbar und eignet sich für Monitoring und Vorher-Nachher-Betrachtungen.